Landtag stellt Finanzmittel zur Verfügung: Neue Planungsmethode "BIM" beim Bahnprojekt ABS 38

(München, 27. Februar 2018) Mit der Verabschiedung des Nachtragshaushaltes hat der Bayerische Landtag heute Finanzmittel für ein Projekt zur Verfügung gestellt , das Schienenausbau und digitale Planung zusammenbringen soll- Sobald die DB erfolgreich entsprechende Fördermittel beantragt hat, wird sie für die weitere Planung der „Ausbaustrecke München-Mühldorf – Freilassing / - Burghausen (ABS 38)“ die sogenannte „Building Information Modeling (kurz: BIM)“-Methode anwenden. Sie gewährleistet die frühzeitige Vernetzung und die effiziente Sicherung aller Informationen über den gesamten Projektzeitraum hinweg. Je früher dafür Sorge getragen wird, dass alle Daten einheitlich gesammelt, jederzeit von den Beteiligten gefunden und eingesehen werden können, desto leichter fällt es, den Kosten- und Zeitplan einzuhalten.

Als Vorsitzender des Projektbeirates ABS 38 würdigte Staatsminister Marcel Huber: "Ich freue mich, dass das Projekt ABS 38 ein Vorreiter bei der Anwendung dieser Methode wird. Der Freistaat profitiert von den Simulationsmöglichkeiten dieser Methode, mit deren Hilfe die Bauabläufe und die Bauzeit optimiert werden können. Insbesondere auch im Rahmen der Bürgerbeteiligung verspreche ich mir einen Mehrwert, denn die BIM-Methode umfasst auch eine sehr anschauliche dreidimensionale Darstellung der neuen Bauwerke wie z.B. der Bahnhöfe, Brücken oder Schallschutzwände. "

Die Methode des digitalen Planens und Bauens beruht auf Transparenz, Vertrauen,

Offenheit und Kooperation aller Projektpartner in sämtlichen Phasen – von der Projektidee und der Bedarfsanalyse über die Planung, die Genehmigungsverfahren, der Auftragsvergabe, der Ausführung bis zur Abrechnung und Inbetriebnahme.
Die herkömmliche Planungsmethode im Bauwesen enthält viele Medienbrüche (Planunterlagen, Neueingabe von Informationen etc). Die direkte Übertragung von Informationen ist damit nicht einfach möglich. BIM schafft dagegen eine Datendurch-gängigkeit. Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter und ebenfalls Vorsitzender des Projektbeirates: "Unsere Planer können mit BIM früher als bisher die Entwicklung von Kosten über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks mit verfolgen und nutzen. Ich freue mich, dass der Bayerische Landtag hierfür Mittel im Nachtragshaushalt vorgesehen hat."

Ein wichtiger Bestandteil sind 3D-Visualisierungen. Mit ihrer Hilfe können Bürger Zusammenhänge und Hintergründe des Projekts besser verstehen. Besonders für die Öffentlichkeit interessante, oder aus technischen Gründen ausgewählte Bahnhöfe, Haltepunkte und Kreuzungsbauwerke werden vollständig als 3D-Modell erstellt. Zudem unterstützen Simulationen von Lärmszenarien das Verständnis und die Akzeptanz. Betroffene werden dank virtueller Realität zu Beteiligten.

Mit BIM versprechen sich die Planer auch eine Verknüpfung der 3D Modelle mit (4D) Zeit- und (5D) Kostendaten (sog. 5D-Modell). Das Ziel lautet: bessere Kosten- und Termintreue zu erreichen. Die bisherigen Erfahrungen der Bahn mit BIM sind durchweg positiv: Die Qualität der Planung und Projektsteuerung konnte bereits deutlich verbessert werden.

Digitales Bauen wird bei der Bahn verbindlich. Alle kleinen und mittleren Verkehrsstationen sowie standardisierte Bauwerke im Schienennetz werden künftig mit BIM gebaut. Bis 2020 soll diese Methode auch für komplexe Infrastruktur-Großprojekte, also ganze Strecken mit all ihren Bauwerken und technischen Anlagen, eingeführt werden. Das Großprojekt ABS 38 gehört damit zu den Vorreitern bei der DB Netz AG für die Digitalisierung bei Infrastrukturprojekten.
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